Gaspreisvergleich

In den letzten Jahren ist der Gaspreis kontinuierlich gestiegen. Um die Belastung der Haushaltskasse möglichst klein zu halten ziehen deshalb immer mehr Gaskunden einen Wechsel ihres Gasversorgers in Betracht. Damit lassen sich schnell mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen.

Wie viel genau verrät ein Gaspreisvergleich im Internet schon innerhalb weniger Sekunden. Und auch der Wechsel des Gasanbieters ist kein Hexenwerk. Trotzdem gibt es natürlich einiges zu beachten.

Um realistische Ergebnisse zu erhalten benötigt der Gaspreisrechner einige Daten. Besonders wichtig sind Wohnort, aktueller Versorger und natürlich der persönliche Gasverbrauch.

 

Wie viel Gas verbrauche ich eigentlich?

Die ersten beiden Fragen sind schnell beantwortet. Die Frage nach dem individuellen Gasverbrauch lässt sich dagegen nicht immer so einfach beantworten.

Wer schon länger in seiner Wohnung lebt, kann diesen zwar problemlos in seiner letzten Jahresabrechnung nachlesen, zieht man jedoch gerade neu in eine Wohnung ein, bleibt nur die Möglichkeit auf Erfahrungs- oder Durchschnittswerte zurück zu greifen.

Eine erste Orientierung kann der Verbrauch des vorherigen Bewohners liefern. Aber auch das Vertragsangebot des örtlichen Grundversorgers kann als Anhaltspunkt betrachtet werden, da dieser auf interne Erfahrungswerte zurück greift, wenn er den Verbrauch neuer Kunden einschätzt.

Beides ist jedoch eher ungenau. Noch ungenauer sind die generellen Durchschnittswerte, die sich aus dem Vergleich verschiedenster Haushalte ergeben. Diese lassen individuell wichtige Faktoren wie Wärmedämmung, das Alter der genutzten Therme und das persönliche Heizverhalten in der Regel komplett außen vor. Bestehen keine anderen Möglichkeiten, den eigenen Gasverbrauch einzuschätzen, kann trotzdem auf sie zurück gegriffen werden. Sie gehen von folgenden Verbrauchswerten aus:

 

Wohnungsgröße: Durchschnittlicher Gasverbrauch / Jahr:
30m² Ca. 3500 kWh
50m² Ca. 5000 kWh
100m² Ca. 12.000 kWh
Reihenhaus: Ca. 20.000 kWh
Einfamilienhaus: Ca. 35.000 kWh

 

 

Auf was muss ich beim Gaspreisvergleich achten?

Sind die Daten im Gasrechner eingegeben, erstellt dieser innerhalb weniger Sekunden eine Liste mit günstigeren Gasanbietern und berechnet auch das individuelle Sparpotential gleich mit. Das billigste Angebot ist allerdings nicht immer auch das Beste. Um einen passenden Gasversorger auszuwählen sollten einige Punkte beachtet werden.


Vertragslaufzeit:

Im Gegensatz zum Grundversorgungstarif des örtlichen Anbieters, der in aller Regel jederzeit mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden kann, bindet man sich bei einem Anbieterwechsel für eine bestimmte Zeit an den neuen Gasversorger. Maximal zulässig ist bei solchen Verträgen eine Laufzeit von zwei Jahren. Viele Anbieter haben jedoch auch Verträge mit 12 Monaten Laufzeit im Programm. Diese sind in der Regel die sinnvollere Alternative, da hier schneller auf Preisschwankungen reagiert werden kann, indem man zum jeweiligen Vertragsende erneut zum günstigsten Gasanbieter wechselt.

Wichtig ist es zu wissen, dass sich Verträge mir Energieversorgern in der Regel nach Ende der Vertragslaufzeit automatisch verlängern, sofern sie nicht fristgerecht gekündigt werden. Den Kündigungszeitpunkt gilt es somit immer im Auge zu behalten um einen erneuten Anbieterwechsel rechtzeitig veranlassen zu können.

 

Preisgarantie:

Auch beim Preis lohnt sich ein aufmerksamer Blick.

Obwohl inzwischen die meisten Gasversorger die angebotenen Preise für die Laufzeit des Vertrages garantieren, umfasst diese Garantie nicht immer alle Bestandteile des Gaspreises. Nur wenn es sich um eine umfassende Preisgarantie handelt steht dieser unveränderlich fest.

Die eingeschränkte Preisgarantie hingegen klammert die im Gaspreis enthaltenen Kosten für Steuern, staatliche Abgaben und Umlagen aus. Werden diese erhöht, steht es dem Anbieter frei, diese Kosten direkt an seinen Kunden weiter zu reichen.

Darüber hinaus muss die Laufzeit der Preisgarantie nicht zwingend der Vertragslaufzeit entsprechen.

 

Sofortbonus, Neukundenbonus, Gutscheine etc.:

Wer die Ergebnisse des Gasvergleiches genauer betrachtet wird schnell feststellen, dass fast jeder Gasanbieter seinen neuen Kunden verschiedenste Boni und Prämien verspricht. Die wirken sich zumindest im ersten Vertragsjahr deutlich auf die Gasamtkosten für Gas aus, bringen dem Kunden jedoch selten schnell bares Geld.

Nur ein Sofortbonus steht dem Kunden tatsächlich sofort zu und wird vom Anbieter meist zeitnah per Scheck oder Überweisung ausgezahlt. Der Neukundenbonus dagegen macht sich in der Regel erst am Ende der Vertragslaufzeit oder auf der ersten Jahresabrechnung bemerkbar.

Zusätzlich zu den verschiedenen Geldprämien schenken einige Gasanbieter ihren neuen Kunden oft auch noch Gutscheine, die einen Rabatt für einen Einkauf in einem Onlineshop oder ähnliches verspreche. Und auch Sachprämien wie etwa Handys oder Tabletts sind inzwischen vereinzelt in den Angeboten der Gasversorger zu finden. Der Wert dieser Gutscheine und Sachprämien geht in die Berechnung der Gaskosten jedoch in der Regel nicht mit ein.

Um tatsächlich in den Genuss all dieser Prämien und Boni zu kommen müssen natürlich verschiedene Bedingungen erfüllt sein. So werden Neukunden- und Sofortbonus von den meisten Versorgern nur dann gewährt, sofern der Vertragspartner  in den letzten 12 oder mehr Monaten nicht Kunde des jeweiligen Unternehmens war. Hierbei hilft auch ein Wechsel der Marke innerhalb eines Konzerns nicht. Nur wer wirklich neu zu einem Gasanbieter wechselt bekommt den Bonus. Darüber hinaus wird gerade der Neukundenbonus auch nur dann gutgeschrieben, sofern ein Kunde tatsächlich eine bestimmte Zeit von seinem neuen Gasanbieter beliefert wird. Wer zu früh kündigt verliert hingegen seinen Anspruch.

 

Zahlungsmodalitäten:

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Wechsel des Gasanbieters sind die Zahlungsmodalitäten. Auf der sicheren Seite sind Kunden immer dann, wenn sie einen Anbieter wählen der die Kosten in Form von monatlichen Abschlägen berechnet.

Die oft günstigeren Angebote die eine bestimmte Menge Gas zu einem Fixpreis anbieten, welcher für die komplette Laufzeit im Voraus zu bezahlen ist, bergen hingegen ein höheres Risiko. Geht der Gasversorger in die Insolvenz, führt das automatisch zur Einstellung der Belieferung. Mit einer Rückerstattung der bereits geleisteten Zahlung ist in einem solchen Fall nicht zu rechnen. Da jedoch kein Gas mehr geliefert werden kann, ist man gezwungen, bei einem weiteren Anbieter einen neuen Vertrag abzuschließen und an eben diesen auch noch mal für das benötigte Gas zu bezahlen.

 

Wie funktioniert der Wechsel des Gasanbieters?

Hat man sich für einen passenden Gasversorger entschieden, gilt es, den Wechsel einzuleiten. Meist geschieht das ganz einfach online, direkt aus der Ergebnisliste des Vergleichsrechners.Erdgas

Man benötigt lediglich seine Zählernummer, die Kundennummer des alten Anbieters und natürlich persönliche Daten und Anschrift. Alle Daten lassen sich schnell und einfach in ein Online-Formular eingeben.

Mit dem Absenden dieses Wechselauftrages ist der Anbieterwechsel dann auch schon fast geschafft.

Wer seine Daten lieber nicht online übermitteln möchte hat bei den meisten Anbietern zudem auch die Möglichkeit, den Wechselantrag auszudrucken und per Post einzusenden. Dieses Vorgehen dauert lediglich ein paar Tage länger, ist ansonsten jedoch mit ebenso wenig Aufwand verbunden, wie der direkte Onlineauftrag.

Alles Weitere geht nach dem Absenden ganz einfach seinen Weg. Man erhält vom neuen Gasanbieter eine Vertragsbestätigung, in der sowohl die Konditionen als auch der Lieferbeginn festgeschrieben sind. Auch die Kündigung beim bisherigen Gasversorger übernimmt in der Regel der neue Anbieter, so dass dem Kunden hierbei kein Aufwand entsteht.

Zum vereinbarten Termin erfolgt dann automatisch die Umstellung der Belieferung von einem Anbieter auf den anderen. Zu einer Unterbrechung der Gasversorgung kommt es dabei nicht.

Bis ein Anbieterwechsel tatsächlich durchgeführt ist dauert es jedoch durchschnittlich etwas sechs Wochen, da auch beim Wechsel natürlich die Kündigungsfrist des alten Gasversorgers einzuhalten ist.

 

Sollte man seinen alten Gasliefervertrag besser selbst kündigen?

Normalerweise klappt die Kündigung des bestehenden Gasvertrages durch den neuen Lieferanten reibungslos.

Wenn die Kündigungsfrist des aktuellen Gasanbieters jedoch in Kürze abläuft und mit einer automatischen Verlängerung des Vertrages um mehrere Monate zu rechnen ist, kann es sinnvoll sein, selbst per Einschreiben zu kündigen.

Gleiches gilt, wenn man ein Sonderkündigungsrecht nutzen möchte. Auch hier sind die Fristen in der Regel eher knapp bemessen.

In beiden Fällen ist es jedoch besonders wichtig, den neuen Gasversorger darüber zu informieren, dass man die Vertragskündigung bereits selbst veranlasst hat. Auch der Zeitpunkt an dem der Vertrag endet gehört zwingend in eine solche Mitteilung.

 

Wann besteht ein Sonderkündigungsrecht?

Ein Sonderkündigungsrecht besteht immer dann, wenn der aktuelle Gaslieferant den Preis erhöht. Die Information über eine anstehende Preiserhöhung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss in schriftlicher Form erfolgen. Der Versorger ist darüber hinaus verpflichtet, gleichzeitig auch über das bestehende Sonderkündigungsrecht und die damit verbundenen Fristen zu informieren.

 

Was passiert, wenn der neue Gasanbieter nicht schnell genug liefert?

Gerade wenn man seinen Gasvertrag selbst kündigt, kann es passieren, dass der neue Anbieter nicht schnell genug liefern kann. gaskraftwerkZu einer Unterbrechung der Gasversorgung kommt es aber auch in diesem Fall nicht.

Auf Grund seiner gesetzlichen Verpflichtung, die Belieferung mit Energie für jeden Haushalt jederzeit sicher zu stellen, springt in einem solchen Fall der örtlich zuständige Grundversorger ein, bis der neue Gasanbieter mit der Lieferung beginnt.

Gleiches gilt natürlich auch, wenn ein Anbieter unerwartet, beispielsweise wegen Insolvenz, ganz ausfällt. Um nicht dauerhaft den teuren Grundversorgungstarif bezahlen zu müssen gilt es dann jedoch, schnellstmöglich einen Tarifvergleich zu starten und einen neuen Gasversorger zu beauftragen.

 

Gelten Verbraucherrechte auch bei Energielieferverträgen?

Selbstverständlich gilt auch beim Abschluss einen neuen Liefervertrages für Gas das gesetzlich verankerte Widerrufsrecht für Fernabsatzgeschäfte.

Zwei Wochen lang ist ein Rücktritt vom Vertrag ohne Angabe von Gründen möglich. Dieses Recht besteht unabhängig davon, ob der Wechsel per Post oder im Internet beantragt wurde.gasflamme

Die Frist beginnt zudem erst zu laufen, wenn man über das Rücktrittsrecht schriftlich, per E-Mail oder durch setzen eines Häkchens auf der Internetseite des gewählten Anbieters informiert wurde.

Erhält man zum Widerrufsrecht keine Information von seinem Anbieter, so beginnt die Frist auch nicht zu laufen. Ein Rücktritt vom Vertrag ist dadurch jederzeit möglich, solange die Belehrung nicht nachgeholt wird.